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Wie Alpakas und ein Lama Kindern helfen

Ferienangebot der Beratungsstellen Clean für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Die Beratungsstelle Clean Feldkirch bietet dieses Jahr zum ersten Mal ein neues Ferienangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien an. Seit dem 23. August bis zum 2. September nehmen sieben Kinder für ein paar Stunden eine Auszeit von ihrem teils belastenden Alltag. Das Kindergruppenangebot auf Grundlage des „Trampolin-Programms“ ist tiergestützt – vier Alpakas und ein Lama unterstützen die Arbeit der SuchtberaterInnen. Auch für die Eltern ist das Programm eine große Hilfestellung.


Bereits seit 2012 ist eine Gruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien ein Teil der Angehörigenarbeit der Beratungsstelle Clean, einer Einrichtung der Stiftung Maria Ebene, dem Vorarlberger Kompetenzzentrum in allen Suchfragen. Die Arbeit mit den Kindern basiert auf dem deutschen „Trampolin-Programm“ und zeichnet sich durch seinen offenen Ansatz aus: Die Kinder werden mit ihren Gefühlen, Erfahrungen und Fragen ernst genommen und dürfen ausdrücken, was sie gerade belastet. Über das Thema Sucht wird kindgerecht, aber ganz offen gesprochen. Dieses Jahr findet das Programm zum ersten Mal als Ferienangebot statt. In acht Einheiten werden während zwei Wochen von jeweils Montag bis Donnerstag den Kindern besondere Ferienerlebnisse ermöglicht. 

Selbstvertrauen durch Tiere stärken
Das Programm ist tiergestützt. Vier Alpakas und ein Lama von Mag. Birgit Knecht-Burghards „Alpaca-Lama.com“ in Röns unterstützen die Arbeit. Der Kontakt mit den Tieren und das Angenommen-Sein in der Gruppe fördern das körperliche und psychische Wohlbefinden. Durch die Pflege, Versorgung und das Führen der Tiere übernehmen die Kinder Verantwortung für ein Lebewesen, wodurch ihr Kompetenz- und Selbstwertgefühl spielerisch gefördert werden. 

Entlastung auch für Eltern
„Das Ferienangebot wird sehr gut angenommen“, so Mag. (FH) Natalia Pernter, Verantwortliche für das Ferienangebot bei der Beratungsstelle Clean, und sie ergänzt: „Es ist eine schöne Sache für die Kinder, aber auch ihre Eltern profitieren stark davon. Unser Ziel war es, das Programm für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Darum gibt es auch einen eigenen Abhol- und Bringdienst, mit dem wir die Erwachsenen zusätzlich entlasten.“ Ein begleitendes Gruppenangebot für Eltern komplementiert das Programm. Dort wird das Verhalten der Kinder innerhalb der Gruppe und in der Familie, aber auch die Suchtthematik des Elternteils und dessen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder thematisiert.

Prägende Kindheit
Sucht betrifft nicht nur die Suchterkrankten. Meist sind es auch die Angehörigen, die ebenso unter der Situation leiden. Insbesondere für Kinder können die Lebensumstände prägend sein. „Bei zirka einem Drittel der Kinder aus suchtbelasteten Familien ist das Risiko erhöht, selbst im Laufe ihres Lebens an einer Sucht zu erkranken.“, erklärt Wolfgang Grabher, M.Sc., Leiter der Beratungsstelle Clean in Bregenz und Feldkirch. „Darum ist dieses Programm so wichtig und wir freuen uns über das große Interesse. Wir hoffen den Kindern damit unbeschwerte Ferienerlebnisse ermöglichen zu können.“, so Grabher. 



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