Exkursion ins Arud in Zürich

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Im Rahmen der Aktionen rund um das 25jährige Bestehen der drei Clean-Beratungsstellen fand im Oktober eine Exkursion der Clean-Belegschaft nach Zürich statt, zu der auch die Mitglieder der Steuerungsgruppe eingeladen waren. Zusammen mit Prim. Michael Willis besuchten dabei insgesamt 17 MitarbeiterInnen der Stiftung das Zentrum des Vereins Arud in Zürich, in dem ca. 2000 Drogenabhängige behandelt werden.

Der Verein Arud (ursprünglich: ARUD Zürich, Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen) entstand 1991 – kurz vor der Schließung des legendären „Platzspitz“ – und seit damals engagiert er sich für eine Verminderung der negativen Folgen des schädlichen oder abhängigen Konsums legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen.  An zwei Standorten im Großraum Zürich werden ambulante Behandlungen für opioidabhängige Menschen sowie im Bereich Kokain, Alkohol, Nikotin, Cannabis, Medikamente und Designerdrogen angeboten.

Das drogenmedizinische Behandlungs- und Beratungsangebot wird durch ein interdisziplinäres Team von über 100 MitarbeiterInnen aus den Fachgebieten Psychiatrie, Interne Medizin, Psychotherapie, Sozialarbeit … getragen. Arud ist damit der größte Anbieter von substitutionsgestützten Behandlungen mit Methadon, Buprenorphin, Diacetylmorphin und Morphin in der Schweiz.

Für die Führung und Diskussion stand uns niemand geringerer als der Psychiatrie-Chefarzt Dr. Thilo Beck einen ganzen Vormittag lang zur Verfügung. Ein umgebautes ehemaliges Bankgebäude im Zentrum der Stadt dient mit beeindruckender und modernster Einrichtung (z. B. Medikamentenroboter …) seit zwei Jahren als Raum für Beratung, Therapie, medizinische Behandlung und auch als Abgabestelle für die Substituierten. Finanziert wird das gesamte Angebot direkt über die Krankenkassen.

In den Rückmeldungen der TeilnehmerInnen wurden zwei Punkte als besonders beeindruckend hervorgehoben: die Atmosphäre der Räumlichkeiten sowie Respekt und Akzeptanz den von Sucht betroffenen Menschen gegenüber.

Es war eine Exkursion, die sehr berührte und nachdenklich machte und die es notwendig macht, manche unserer Haltungen, Verpflichtungen und Kontrollen zu überdenken. Auch wenn wir durchaus auf einem guten Weg sind, wurde einmal mehr bewusst: es gibt noch viel Potential und Verbesserungsmöglichkeiten nach oben!